VORSTARTFIEBER

Die Ausgabe der Startnummern an die Rennfahrer der Tour war schon immer ein Ritual. Über Jahrzehnte hat man die Teams am Abend vor der ersten Etappe oder dem Prolog dem Publikum des jeweiligen Startortes präsentiert. Die Fahrer machten artig ihren Bückling und lächelten dabei, verschwanden dann aber schnell wieder in den Bussen oder den Hotels ihrer Teams. Weil ihren Managern das aber zu viel Kraftaufwand und Stress einen Tag vor dem Rennen war, fahren die Mannschaften jetzt schon zwei Tage vorher über die Bühne. Vergleichbar ist das mit dem Verzicht vieler Athleten auf die Teilnahme an der Eröffnung Olympischer Spiele, wenn sie am nächsten Tag schon Wettkampf haben.

Für die Tour-Teilnehmer bedeutet es aber auch, daß sie schon zwei oder drei Tage früher anreisen müssen. Also ist die Zeitersparnis aufgebraucht, die mal entstand, als die lapidare medizinische Untersuchung abgeschafft wurde, die jahrelang obligatorisch war. 

Welch ein Unterschied zur Pionierzeit der Tour de France. Die Berufsradfahrer trafen sich damals unmittelbar vor Beginn der Tour de France bei einem gemeinsamen Abendessen, wenige Stunden vor dem Start der ersten Etappe mitten in der Nacht. Sie waren nicht getrennt nach Rennställen. Sie speisten miteinander, sie plauderten, machten Späße und verbargen ihre ihre Aufregung. Manche haben sicherlich schon bei dieser Gelegenheit versucht, ihre späteren Rivalen zu beeindrucken. 

Teilnehmen durfte übrigens jeder, der sich Kraft und Ausdauer für die Strapazen zutraute, die sie dann einen Monat lang ertragen mußten. Viele Abenteurer kauften sich eine Startnummer und hatten schon ihren großen Spaß bei der Ausgabe der Rückennummern.

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